Neuer Zwergplanet-Kandidat jenseits von Neptun: 2026 ED138
Viele suchen heute nach dem neuen Zwergplaneten, weil Astronomen am 27. Oktober den Kandidaten 2026 ED138 vorgestellt haben [s:nsf-ed138-2026]. Das Objekt kreist jenseits von Neptun, rund 46 Astronomische Einheiten von der Sonne entfernt [s:uw-ed138-2026]. Ob es ein Zwergplanet ist, bleibt offen, weil Größe und Zusammensetzung noch nicht gemessen sind [s:science-orf-ed138-2026].

Heute suchen viele Menschen nach dem neuen Zwergplaneten, weil ein Team von Astronomen einen Kandidaten vorgestellt hat, der weit außerhalb der Neptunbahn kreist. [1] Das Objekt trägt die vorläufige Bezeichnung 2026 ED138. [4] Entdeckt wurde es mit dem Vera-C.-Rubin-Observatorium in Chile. [1] [2]
Wie das Objekt auffiel
Matthew Holman vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics bemerkte das Objekt am Abend des 13. Oktober. Er durchsuchte Daten des Rubin-Observatoriums aus früheren Monaten des Jahres 2026 mit einem Suchprogramm, das Milliarden von Bewegungsbeobachtungen vergleicht, um zusammengehörige Objekte zu finden. [3] Helligkeit und Entfernung wiesen laut Bericht auf ein ungewöhnlich großes Objekt hin. [3]
Mario Jurić, Professor für Astronomie an der Universität Washington, fand danach 20 weitere Beobachtungen aus dem März. Er entdeckte das Objekt außerdem in Archivbildern anderer Himmelsdurchmusterungen bis zurück ins Jahr 2016. [3] Dass es so lange unbemerkt blieb, dürfte an seiner Lage in einer sternreichen Region nahe der Milchstraßenebene liegen. [2]
Öffentlich gemacht wurde der Fund am 27. Oktober. [2] Holman und Jurić stellten die Ergebnisse auf einer Pressekonferenz vor. [3] Vorgestellt wurde der Kandidat außerdem bei einer wissenschaftlichen Tagung in Spokane im US-Bundesstaat Washington. [1]
Die Entdeckung beruht laut NSF auf der regelmäßigen Überwachung des Himmels durch das Observatorium, dessen Kamera als die größte gilt, die je gebaut wurde. [2] Die Auswertung sei noch eine vorläufige Datenanalyse, schreibt die Stiftung. [2]
Größe und Status: was noch offen ist
Die Forschenden schätzen den Durchmesser auf 600 bis 1.500 Kilometer, Jurić spricht von rund 1.000 Kilometern. [3] Die Zahl ist eine Schätzung, die auf Entfernung, Helligkeit und einer angenommenen Oberflächenreflektion beruht. Ein kleineres, stärker spiegelndes Objekt würde ähnlich viel Licht zeigen. [1] [3]
Für einen Zwergplaneten muss der Körper rund sein, weil seine eigene Schwerkraft ihn so formt. Große eisige Körper sind nach Angaben der Universität Washington in der Regel rund. [3] Der Kandidat scheint nach den Daten genug Masse zu haben, doch es sind weitere Beobachtungen nötig. [1] Bestätigt sich der Status, käme das Objekt zu den fünf anderen bekannten Zwergplaneten hinzu. [2]
Holman formuliert es in einer Aussage gegenüber ORF so: „Das Wichtigste, was wir tun müssen, ist, die physikalische Größe von ‚2026 ED138‘ zu bestimmen.“ [1]
Bahn und nächste Schritte
Die Bahn des Objekts liegt jenseits der Neptunbahn. Es gehört damit zu den sogenannten transneptunischen Objekten. Mit rund 46 Astronomischen Einheiten liegt es etwas weiter von der Sonne entfernt als Pluto mit seinen durchschnittlich etwa 40. [3] Der ORF rechnet das in Erdabstände um: Das Objekt ist rund 46-mal so weit von der Sonne entfernt wie die Erde. [1] Die Forschenden haben die Bahn über mehr als zehn Jahre verfolgt. [3] Das Minor Planet Center der Internationalen Astronomischen Union errechnet für das Objekt eine Umlaufzeit von 281 Jahren. [4]
Der Minor Planet Center legt den offiziellen Entdecker erst fest, wenn das Objekt eine Nummer erhält. [4] Bis dahin können andere Observatorien das Objekt beobachten, um seine Natur zu klären. [2]
Quellen
- Neuer Zwergplanet-Kandidat jenseits von Neptun entdeckt, ORF Science (30. Oktober 2026)
- New dwarf planet candidate discovered with NSF-DOE Rubin Observatory, U.S. National Science Foundation (30. Oktober 2026)
- Rubin Observatory dwarf planet candidate 2026 ED138, University of Washington News (30. Oktober 2026)
- MPEC/object page: 2026 ED138, IAU Minor Planet Center (30. Oktober 2026)