Schaltsekunde abgeschafft: Was der Beschluss für die Weltzeit bedeutet
Die Suche nach der Schaltsekunde steigt, weil die Weltzeit ihre letzte Korrektur verliert. Die Generalkonferenz für Maß und Gewicht hat am 15. Oktober 2026 beschlossen, die Schaltsekunden abzuschaffen. Ab dem 20. Mai 2027 soll die koordinierte Weltzeit UTC ohne Sprünge weiterlaufen.

Die Schaltsekunde verschwindet, und deshalb suchen viele Menschen gerade danach. Die Generalkonferenz für Maß und Gewicht (CGPM) hat in ihrer 28. Sitzung in Versailles am 15. Oktober 2026 beschlossen, die bisherige Praxis der Schaltsekunden zu beenden [1]. Die koordinierte Weltzeit UTC soll ab dem 20. Mai 2027 kontinuierlich weiterlaufen [1] [2].
Was beschlossen wurde
Bisher wurde die Weltzeit gelegentlich um eine Sekunde verlängert, um sie an die Erdrotation anzupassen. Seit 1972 sind 27 Schaltsekunden hinzugefügt worden, die letzte am Jahresende 2016 [1]. Mit dem neuen Beschluss darf der Unterschied zwischen UTC und der astronomischen Zeit künftig bis zu 3600 Sekunden, also eine Stunde, betragen, bevor eine Korrektur nötig wird [1].
Frühere Berichte nannten 2035 als Termin, bis zu dem die Schaltsekunde abgeschafft werden sollte. Diese Angabe stammte aus dem Beschluss von 2022 [4]. Der nun gefasste Beschluss zieht das Datum vor, und die Berichte aus dem Oktober 2026 nennen den 20. Mai 2027 als Start der neuen Regel [3] [2].
Warum die Erdrotation den Ausschlag gab
Der Grund ist die Erde selbst. Die Erdrotation hat sich zuletzt zeitweise beschleunigt, was die Möglichkeit einer ersten negativen Schaltsekunde näher rückt [1]. Eine solche Sekunde würde nicht hinzugefügt, sondern weggelassen, und genau das gilt als besonders schwer handhabbar [2].
Für Satelliten, Geodäsie und Astronomie bleibt die Sache wichtig. Dort wird die Differenz zwischen Uhrzeit und Sternzeit gemessen und muss künftig selbst berücksichtigt werden [1].
Die Erdrotation hat sich seit 2022 leicht beschleunigt, und Fachleute schätzen die Wahrscheinlichkeit einer negativen Schaltsekunde bis 2035 auf rund 30 Prozent [2].
Euronews nennt vor allem Astronomie, Geodäsie und Satellitenanwendungen als Bereiche, die die wachsende Differenz selbst berücksichtigen müssen [1].
Was es für den Alltag heißt
Für die meisten Menschen in Deutschland ändert sich zunächst wenig. Die Zeitzone bleibt die mitteleuropäische Zeit (MEZ), die Sommerzeit (MESZ) bleibt bestehen, und die Umstellung am 25. Oktober 2026 ist davon nicht betroffen [1]. Für Satelliten, Geodäsie und Astronomie ist die Abschaffung dagegen ein Thema, das man selbst im Blick behalten muss [1].
Die Abschaffung ist damit der dritte Schritt in einer Debatte, die seit 2022 läuft: Die Generalkonferenz hatte damals ein Ende spätestens 2035 beschlossen [4]. Der Beschluss vom Oktober 2026 setzt den Zeitplan nun nach vorn.
Was als Nächstes kommt
Bis zum 20. Mai 2027 bleibt die bisherige Praxis gültig, die Umstellung betrifft also das kommende halbe Jahr. Wer Software mit Zeitstempeln betreibt, sollte prüfen, wie diese mit einer dauerhaft durchlaufenden UTC umgehen. Offen bleibt, wie groß die Abweichung zur Erdrotation mit der Zeit wird, denn die neue Grenze von einer Stunde ist eine Obergrenze und keine Prognose. Wer die Entwicklung verfolgen will, sollte die Mitteilungen des Bureau International des Poids et Mesures abwarten, wo der genaue Wortlaut des Beschlusses veröffentlicht wird.
Quellen
- Weltweite Zeitregelung: Schaltsekunde wird 2027 abgeschafft, Euronews (31. Oktober 2026)
- Neue Zeit-Regelung ab 20. Mai 2027: Was die Abschaffung der Schaltsekunde für Ihren Alltag heißt, Leinetal24 (31. Oktober 2026)
- Schaltsekunde wird abgeschafft, Berliner Zeitung (31. Oktober 2026)
- Schaltsekunde wird abgeschafft: UTC und Sonnenzeit 2035, futurezone (31. Oktober 2026)