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EZB-Chefin Lagarde tritt schon am 7. Februar 2027 zurück

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Christine Lagarde tritt als Präsidentin der Europäischen Zentralbank am 7. Februar 2027 zurück, rund neun Monate vor dem regulären Ende ihrer Amtszeit. Die EZB hat den Termin am Donnerstag, dem 29. Oktober 2026, mitgeteilt. Offen ist nun die Nachfolge an der Spitze der Notenbank, die der Europäische Rat bestimmt.

EZB-Chefin Lagarde tritt schon am 7. Februar 2027 zurück
Bild: Français : Fonds monétaire international (identité du photographe non mentionnée), Public domain

Warum die Nachricht heute gesucht wird

Christine Lagarde wird ihr Amt als Präsidentin der Europäischen Zentralbank am 7. Februar 2027 niederlegen. Die EZB teilte den Schritt am Donnerstag, dem 29. Oktober 2026, mit [1] [4].

Der Termin liegt rund neun Monate vor dem regulären Ende ihrer Amtszeit [2]. Die Nachricht fiel zudem auf den Tag einer Zinsentscheidung, die laut Euronews in französischer Fassung später am Tag bekanntgegeben werden sollte [2]. Reuters berichtete, die Entscheidung sei für 13.15 Uhr GMT angesetzt gewesen, gefolgt von Lagardes regulärer Pressekonferenz um 13.45 Uhr GMT [3]. Die Notenbank gab den vorzeitigen Abgang nur wenige Stunden vor dem Zinsentscheid bekannt [5]. Euronews schrieb, Spekulationen über einen frühen Abschied hätten seit Monaten bestanden [4].

Laut Euronews in französischer Fassung sagte Lagarde, sie sei stolz, dieser Institution gedient zu haben [2]. Der Präsident des Europäischen Rates, António Costa, lobte ihre Entschlossenheit als Präsidentin der Notenbank seit November 2019 [2].

Amtszeit, Begründung und Ton der Ankündigung

Lagarde trat ihr Amt am 1. November 2019 an [6]. Die Amtszeit dauert acht Jahre und wäre regulär bis Ende Oktober 2027 gelaufen [6]. Der frühe Abgang verkürzt sie also um rund neun Monate [2].

Die EZB nannte keinen Grund für den Schritt [2]. Lagarde selbst sagte laut ZDF, es sei nie eine gute Zeit zu gehen [6]. Als Motiv nannte sie die Freiheit der Rede, also die Möglichkeit, sich auch zu Themen zu äußern, die nichts mit der Geldpolitik zu tun haben [6]. Die Neutralitätspflicht, die mit dem Amt verbunden ist, beschrieb sie als Preis für die Unabhängigkeit der EZB [6].

Zur Kontinuität zitierte der Sender sie mit den Worten „Machen Sie sich keine Sorgen“ und mit dem Satz, die Institution sei „solide, stark, wie ein Stein“ [6].

Im Communiqué der EZB heißt es, der Rat der Notenbank habe Lagarde gedankt und ihr eine lange stehende Ovation bereitet [1]. Bis zum 7. Februar 2027 bleibt sie im Amt [1]. Euronews berichtete, Beobachter hätten erwartet, dass die EZB den Einlagensatz am Donnerstag bei 2,5 Prozent belässt [4].

Die Nachfolge und das Verfahren

Die Nachfolge bestimmt der Europäische Rat [1]. Euronews berichtete in französischer Fassung, dass die Präsidentin oder der Präsident der EZB nach EU-Regeln mit qualifizierter Mehrheit ernannt wird, auf Empfehlung der EU-Finanzminister und nach Anhörung des Europäischen Parlaments und des EZB-Rats [2]. Das Verfahren verlangt demnach eine Empfehlung der Finanzminister und die Anhörung von Parlament und EZB-Rat [2] [1].

Costa erklärte, der Auswahlprozess werde noch am selben Tag gestartet [4]. Lagarde sagte laut ZDF, es gebe eine große Zahl exzellenter Kandidaten, und die Suche habe bereits begonnen [6].

ZDF nennt Klaas Knot, den früheren niederländischen Zentralbankchef, und Pablo Hernández de Cos, Chef der BIZ, als Favoriten [6]. Diese Namen stammen aus der Berichterstattung und sind keine Entscheidung, denn das Communiqué der EZB nennt keinen Nachfolger [1].

Mehrere Spitzenposten werden neu besetzt

Lagarde ist nicht die einzige Position, die in den nächsten Monaten neu besetzt wird [5]. Die Börsen-Zeitung berichtete, Isabel Schnabel wechsle Anfang Januar zum Internationalen Währungsfonds in Washington, und die Nominierungsfrist für ihre Nachfolge sei vom 28. Oktober auf den 27. November verlängert worden [5]. Auch die Amtszeit von Philip Lane endet im Mai und kann nicht verlängert werden [5].

Die Zeitung erwartet eine Paketlösung für mehrere Spitzenposten, bei der der EU-Gipfel im Dezember die Personalien klären soll [5]. Bundesbankpräsident Joachim Nagel hat laut Börsen-Zeitung Ambitionen auf einen Spitzenposten, bislang aber keine öffentliche Unterstützung der Bundesregierung [5]. Die Zeitung verweist zudem darauf, dass Ursula von der Leyen und Claudia Buch bereits deutsche Spitzenposten innehaben, was gegen eine deutsche EZB-Spitze sprechen könnte [5].

Die Börsen-Zeitung nennt Knot und Hernández de Cos ebenfalls als Favoriten für die EZB-Spitze [5]. Lagardes Nachfolge ist damit eine von mehreren offenen Personalfragen an der Spitze der Notenbank [5].

Was in den kommenden Wochen zu beobachten ist

Zuerst geht es um den Namen. Der Europäische Rat muss einen Nachfolger benennen, und bis dahin bleiben Knot und Hernández de Cos Favoriten aus der Presse [6] [1].

Zweitens zählt der Termin. Der 7. Februar 2027 ist der feste Rahmen, an dem sich die Übergabe messen lässt [1]. Für die Nachfolge Schnabels gilt die verlängerte Nominierungsfrist bis zum 27. November [5].

Drittens lohnt der Blick auf das Verfahren, das Costa am Tag der Ankündigung angestoßen hat [4].

Quellen

  1. ECB President Lagarde to step down on 7 February 2027, Europäische Zentralbank (2. November 2026)
  2. Christine Lagarde quittera la présidence de la BCE en février, avant la fin de son mandat, Euronews (2. November 2026)
  3. ECB President Lagarde resigns effective Feb 7, Reuters (via Internazionale) (2. November 2026)
  4. EZB-Chefin Christine Lagarde tritt vorzeitig zurück, Euronews (2. November 2026)
  5. Lagarde verlässt EZB zum 7. Februar, Börsen-Zeitung (2. November 2026)
  6. EZB-Chefin Lagarde erklärt ihren vorzeitigen Abgang, ZDFheute (2. November 2026)

Sprachen: Français