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Gasspeicher in Deutschland: Füllstand vor dem Stichtag 1. November in Gefahr

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Die Gasspeicher in Deutschland müssen zum 1. November ein Ziel von 80 Prozent erreichen. Im August lag der Füllstand bei rund 47 Prozent, die Einspeicherung war kaum vorangekommen, und Hitze und Konflikte treiben die Preise.

Gasspeicher in Deutschland: Füllstand vor dem Stichtag 1. November in Gefahr
Bild: dronepicr, CC BY 2.0

Warum die Frage gerade jetzt wichtig wird

Am 1. November endet die Frist für den nächsten Zwischenstand der deutschen Gasspeicher. Für alle Speicheranlagen gilt als Regelfall ein Ziel von 80 Prozent. Die Bundesnetzagentur weist für sechs Anlagen einen niedrigeren Wert von 45 Prozent aus, nämlich für Bad Lauchstädt, Frankenthal, Hähnlein, Rehden, Stockstadt und Uelsen [1]. Die Angaben der Behörde wurden zuletzt am 29. Oktober 2026 um 8:51 Uhr aktualisiert [1].

Für den 1. Februar gilt ein Regelziel von 30 Prozent. Vier bayerische Anlagen, Bierwang, Breitbrunn, Inzenham-West und Wolfersberg, haben dafür ein Ziel von 40 Prozent [1].

Rechnet man die Anlagen mit dem niedrigeren Ziel von 45 Prozent ein, ergibt sich nach einer Auswertung von t-online ein Gesamtziel von etwa 70 Prozent [2]. Das Informationssystem Gas INES rechnete im Juli mit einem gebuchten Stand von 76 Prozent bis zum 1. November [2].

Wo der Füllstand stand

Im August lag der Füllstand bei rund 47 Prozent. Ein Jahr zuvor waren es 62,1 Prozent, im November 2025 rund 75 Prozent, Anfang Februar 2026 nur 31 Prozent [2]. Die Einspeicherung lag damals bei etwa 0,1 Prozent pro Tag, nach Wochen mit nur geringen Zuwächsen [2].

Das Informationssystem Gas INES, vertreten durch Sebastian Heinermann, sprach von historisch niedrigen Füllständen für die Jahreszeit, dem niedrigsten Stand seit Beginn der Aufzeichnungen. Bleibt der Trend, werden die Ziele laut INES nicht erreicht, technisch wären sie aber noch möglich. Ein Update vom 7. Juli hatte 76 Prozent bis November als machbar bezeichnet [2].

Was die Einspeicherung bremst

Hitze hat die Flusspegel gesenkt und damit die Wasserkraft verringert. In Frankreich, Ungarn und Rumänien mussten deshalb Atomkraftwerke gedrosselt oder abgeschaltet werden. Dadurch wird mehr Gas für die Stromerzeugung gebraucht, das bei der Einspeicherung fehlt. Zusätzlich treiben Angriffe auf Energieanlagen im Nahen Osten die Öl- und Gaspreise [2].

Laut einer Studie von Frontier Economics für das Wirtschaftsministerium dämpfen die gesetzlichen Vorgaben den Preisunterschied zwischen Sommer und Winter. Speicherbetreiber müssen Gas deshalb teuer einkaufen [2]. Die Bundesnetzagentur sieht trotzdem keine Gefahr einer Gasknappheit im Winter [2].

Was als Nächstes passiert

Bei einem extrem kalten Winter wie 2010 würde das Gas nach Angaben von INES nicht für alle Verbraucher reichen, und der Notfallplan Gas träte in Kraft [2]. Als Vorsorge ist eine Gasreserve von 24 Terawattstunden geplant, das entspricht etwa zehn Prozent der deutschen Speicherkapazität. Sie soll ab dem 1. Januar 2027 gelten, die erste Einspeicherung ist für Sommer 2027 vorgesehen. Für den kommenden Winter kommt sie zu spät [2].

Entscheidend ist, ob die Anlagen bis zum 1. November die 80 Prozent erreichen. Die Bundesnetzagentur aktualisiert ihre Zahlen werktäglich, und Nachmeldungen können Werte rückwirkend ändern [1]. Wer die Entwicklung verfolgen will, sollte deshalb auf die Tageswerte der Behörde und nicht auf ältere Meldungen achten.

Quellen

  1. Gasspeicher-Füllstand, Zielvorgaben und Datenstand (Bundesnetzagentur), Bundesnetzagentur (29. Oktober 2026)
  2. Gasspeicher-Füllstände: Hitze bremst das Befüllen, INES warnt, t-online (29. Oktober 2026)